Konzerte
b.jung
Orchester
Service

Beethoven Orchester Bonn

Wachsbleiche 1
53111 Bonn

 

T  0228 77 6611
F  0228 77 6625
info@beethoven-orchester.de

 

Tickets
0228 77 8008
0228 50 2010

 

Newsletter

Facebook

Twitter

Youtube

Instagram

 

Impressum
Datenschutz

Ansprechpartnerin b.jung:
Eva Eschweiler

 

Wachsbleiche 1
53111 Bonn

T  0228 77 66 20
F  0228 77 6625
eva.eschweiler@bonn.de

 

Tickets
0228 77 8008
0228 50 2010

 

Newsletter

Facebook

Twitter

Youtube

Instagram

 

Impressum
Datenschutz

Konzerte
b.jung
Orchester
Service

Wie wird ein Jahr zur Sinfonie?


Was ist überhaupt eine Sinfonie? Dirk Kaftans Idee, dem Beethoven-Jahr eine Erzählung zu Grunde zu legen, ihm einen Bogen zu geben, beschäftigt uns schon lange. Die Sinfonie ist nun mal neben der Klaviersonate die Gattung, die Beethovens Ruhm bis heute begründet. Seine neun Sinfonien sind Stücke, die in aller Welt gespielt werden. Eine Sinfonie ist zunächst einmal ein Musikstück. Ihre Form, ihre Sprache, ihre Inhalte sind aber auch eine Möglichkeit für uns, mit uns selber in Kontakt zu treten. Wir geraten bestenfalls in einen Zirkel des Austauschs über uns und die Musik: Was macht die Musik mit uns, was erfahren wir dadurch über die Musik und über uns? Was hören wir deshalb beim nächsten Mal des Hörens anders als beim ersten Mal? Was trägt das, was wir über die Musik lesen, dazu bei, dass wir sie und uns wiederum anders wahrnehmen? 

 

Die vier Sätze einer Sinfonie, wie sie ( ganz ungebührlich verkürzt ) durch Joseph Haydn » erfunden « und durch Beethoven geprägt wurden, spiegeln menschliche Grundzustände, Erlebnisse, Bedürfnisse wider: Repräsentation, Diskussion, Dialektik im ersten Satz. Gesang und Innerlichkeit im zweiten. Der dritte Satz lädt zum Tanz und zum Scherz ein. Der letzte schließlich bündelt, gibt Ausblicke, ist Feier und Kehraus. In seiner » Neunten Sinfonie « hat Beethoven die Reihenfolge verändert, setzt dadurch neue Schwerpunkte: Der erste Satz schafft eine neue Welt aus dem Nichts, er ­beschäftigt sich damit, sie immer wieder aufzubauen und zu zertrümmern. Der zweite Satz ist radikal, er sprengt Grenzen. Der Dritte singt von einer neuen Welt, er ist die ( unerreichbare? ) Utopie. Und der Letzte ist nicht nur Zusammenfassung, sondern geradezu die Erschaffung einer neuen Welt. 

 

Wie wird ein Jahr zur Sinfonie? Vier Quartale, vier Sätze, vier gedankliche Schwerpunkte das Jahr hindurch. Durch diese Setzung wird unsere Phantasie angeregt. Die fünfte Sinfonie spielen wir im Beethoven-Jahr mehrmals. Im Januar stellen wir mit ihr eines der bekanntesten Werke Beethovens vor, präsentieren uns damit als einer der großen Akteure des Jahres. Wir analysieren sie, setzen sie in den Kontext ihrer und unserer Zeit. Im August, im dritten Quartal oder im dritten Satz, ist sie Grundlage für unsere pädagogische Arbeit mit kolumbianischen und deutschen Jugendlichen: grenzüberschreitend, völkerverbindend, in die Zukunft blickend! Manche Programme sind bewusst einem der Sätze zugeordnet, immer wieder ist aber gerade der Blickwinkel auf ein ­bestimmtes Konzert, auf ein Format, auf ein Programm, der es uns ermöglicht, dieses Jahr in seinem Verlauf zu erleben. Es geht nicht darum, zu lernen, was eine Sinfonie ist, sondern sie zwölf Monate hindurch beim Wachsen zu beobachten, im besten Falle ein Teil von ihr zu werden.