Verwandlungen
Bundesrat 3
Mi 09/06/27 19:30
Alter Bundesrat
Dorothea Stepp &
Keunah Park Violine
Ji Eun Yang &
Christian Fischer Viola
Lena Ovrutsky-Wignjosaputro und
Markus Fassbender Violoncello
Johannes Brahms
Streichsextett Nr. 2 G-Dur
op. 36
1864—1865
+
Arnold Schönberg
Sextett op. 4
Verklärte Nacht
1899
18:45 Spielstättenführung
€ 30
zzgl. Gebühren
In Kooperation:
Stiftung Haus der Geschichte
der Bundesrepublik Deutschland
Johannes Brahms und Arnold Schönberg – zwei Komponisten, die man gern auf unterschiedliche Seiten der Musikgeschichte stellt. Den einen als Bewahrer der Tradition, den anderen als Wegbereiter der Moderne. Und doch verbindet sie mehr, als es auf den ersten Blick scheint: Brahms’ Streichsextett Nr. 2 G-Dur op. 36 ist ein Werk großer klanglicher Wärme – und zugleich von strenger innerer Arbeit. Motive tauchen auf, werden verwandelt, verdichtet, weitergeführt. Form entsteht nicht durch Kontrast, sondern durch Entwicklung.
Schönbergs Verklärte Nacht setzt genau hier an. Auch sie ist ein Werk der Verwandlung – harmonisch kühner, emotional unmittelbarer, aber im Kern aus demselben Denken geboren. Nicht zufällig nannte Schönberg Brahms später den »Fortschrittlichen«.
So stehen diese Sextette nicht für Gegensatz, sondern für Konsequenz. Was bei Brahms als innere Verdichtung beginnt, führt bei Schönberg zu äußerster Intensität. Sechs Streicher genügen, und ein Motiv setzt eine ganze Welt in Bewegung.
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