Die Gesetze der Riesen
Bundesrat 1
Mi 18/11/26 19:30
Alter Bundesrat
Maria Geißler Violine
Alexandra Samedova Violine
Meike Brümmer Viola
Ines Altmann Violoncello
Ludwig van Beethoven
Streichquartett a-Moll op. 130
1826
+
Fanny Hensel
Streichquartett Es-Dur
1834
+
Alfred Schnittke
Streichquartett Nr. 3
1983
18:45 Spielstättenführung
€ 30
zzgl. Gebühren
In Kooperation:
Stiftung Haus der Geschichte
der Bundesrepublik Deutschland
Beethovens letzte Quartette: Altersweise Alterswerke? Von wegen! Beethoven war 1827 gerade 56 Jahre alt, als er starb – sein »Spätwerk« stammt also von einem Komponisten, der noch viel vorhatte, trotz aller widrigen Lebensumstände. Die Radikalität, mit der er seine letzten, überdimensionalen Streichquartette zwischen 1824 und 1826 anging – kleine und große Formen, extreme instrumentale Anforderungen, hohe Ansprüche an das Publikum – setzte Maßstäbe für eine ganze Gattung. Für die folgenden hundert Jahre inspirierten und beängstigten diese Werke Generationen von Komponierenden. Noch im 20. Jahrhundert spürt man diese Wirkung: Alfred Schnittke greift in seinem dritten Streichquartett von 1983 Beethovens Vermächtnis direkt auf. Fanny Hensel komponierte in einer Zeit, in der Beethovens Einfluss allgegenwärtig war. Gemeinsam mit ihrem Bruder Felix Mendelssohn Bartholdy bezog sie sich immer wieder auf Beethovens Kammer- und Orchestermusik. Doch gesellschaftliche und familiäre Zwänge setzten ihr Grenzen: Trotz Felix’ Wertschätzung empfahl er ihr, die musikalische Tätigkeit klar zu begrenzen und sich auf Ehe und Familie zu konzentrieren. Ihr Streichquartett Es-Dur steht zwischen Emanzipation und Begrenzung: ein bezauberndes, bewegendes, meisterhaft strukturiertes Werk, das im Schatten Beethovens seinen eigenen Glanz entwickelt und weitere Beachtung verdient.
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